Blog #49a, Marlene (Dezember 2025, Argentinien / Paraguay Teil I)

Zitat:

„Man reist ja nicht, um anzukommen, sondern um zu reisen.“

 

Autor: Johann Wolfgang von Goethe

 

Über den «Hügel» nach Argentinen

Vom quirligen Santiago windet sich die Strasse in endlosen Haarnadelkurven hinauf in Richtung Grenze. Kurve um Kurve schrauben wir uns höher bis sich das Tal unter uns verliert.

 

Und ja: Natürlich haben wir es geschafft, kein Foto von ganz oben zu machen. So unglaublich typisch wir zwei. Vielleicht ist es ganz gut, dass wir keine weiteren Gadgets mit uns herumschleppen, wir würden sie vermutlich genau dann nicht einsetzen, wenn es sich lohnen würde.

 

 

Der Paso Internacional Los Libertadores ist stark frequentiert und im Winter oft geschlossen, Schnee und Lawinen lassen grüssen. Jetzt im Sommer herrscht reger Betrieb. Lastwagen, Busse, Reisende aus allen Richtungen.

 

 

Die Grenzbeamten sind Reisende wie wir gewohnt. Es verläuft alles erstaunlich unkompliziert. Schon bald dürfen wir weiterfahren, mit dem guten Gefühl, dass hinter uns Chile liegt und vor uns ein neues Kapitel beginnt.

 

Ein paar Kilometer später steuern wir unseren Nachtplatz an. Die Luft ist dünner hier oben, die Berge wirken noch wilder und auch ohne Gipfelfoto bleibt dieser Übergang in Erinnerung.


Mendoza-Stadt der Anden und des Weins

Auf dieser Seite der Erdkugel ist Sommer. Die Sonne steht hoch, das Licht ist warm und weich zugleich. In Richtung Mendoza steuern wir immer wieder Stellplätze an Flüssen oder Seen an – eine Abkühlung muss sein. Die Mückenstiche nehmen wir in Kauf. Lästige, kleine Biester, die uns zuverlässig daran erinnern, dass Wasser und Wärme eben ihren Preis haben.

 

Die Provinz Mendoza mit breiten Alleen, schattenspendenden Platanen versprüht eine gelassenen Atmosphäre. Alles wirkt ein wenig weiter, ruhiger, heller. Dani hat einen klaren Plan: kleine Weingüter besuchen. Nicht die grossen Namen, sondern jene Bodegas, die mit Leidenschaft und Persönlichkeit arbeiten.

 

Zwischen Malbec-Reben, Olivenhainen, Kunsthandwerk und gemütlichen Plätzen lässt es sich wunderbar leben. Bodegas gibt es hier tatsächlich wie Sand am Meer. Über 850 Weingüter zählt die Region, rund 200 davon sind für den Weintourismus geöffnet. Die Auswahl ist riesig, was es nicht einfach macht. Wer die Wahl hat, hat bekanntlich die Qual …

 

Beim langsamen Dahinfahren entlang der Weinberge fällt uns auf, dass die Reben häufig von Rosen und Olivenbäumen begleitet werden. Das ist kein Zufall: Rosen gelten im Weinbau als natürliches Frühwarnsystem, da sie Pilzkrankheiten oft früher anzeigen als Rebstöcke. Olivenbäume wiederum helfen, das Mikroklima zu stabilisieren und den Wind zu brechen. Zwei stille Wächter also, die auf ihre Weise zum Schutz der Weinberge beitragen.


Wie alles begann

Im 16. Jahrhundert brachten spanische Siedler die ersten Rebstöcke auf den südamerikanischen Kontinent. Mit der Gründung von Mendoza im Jahr 1561 entstanden auch die ersten Weinberge der Region.

 

Das trockene Klima, die vielen Sonnenstunden und das Schmelzwasser der Anden erwiesen sich als nahezu ideal. Über ausgeklügelte Bewässerungssysteme, sogenannte acequias, wurde das kostbare Wasser in die Felder geleitet. Eine Tradition, die bis heute das Stadtbild prägt.

Erst viel später kamen französische Einflüsse hinzu und mit ihnen die Traube, die Mendoza weltberühmt machen sollte - der Malbec. Ursprünglich aus Südwestfrankreich stammend, fand er hier ein zweites Zuhause, vielleicht sogar sein eigentliches.

 

Heute ist der Malbec mit rund 70 % der Anbaufläche die prägende Rebsorte der Region. Tiefdunkel, kraftvoll, oft mit Noten von Pflaumen, Beeren und einem Hauch von Schokolade, ein Wein, der perfekt zur Weite der Landschaft passt.

 

Was einst als koloniale Pionierarbeit begann, ist heute ein kultureller und wirtschaftlicher Schatz. Alte Reben, jahrhundertealte Bewässerungskanäle und moderne Bodegas bilden gemeinsam diesen Reichtum.

Olivenöl, Aceto und Wein- etwas für den Gaumen

Für den Mittag haben wir eine Führung bei Aceitera Laur gebucht. Die älteste Olivenmühle Argentiniens – das klingt vielversprechend. Zwischen alten Pressen, modernen Anlagen und dem Duft von frischem Öl tauchen wir ein in die Welt der Oliven.

 

Wir probieren uns durch verschiedene Sorten: mild, intensiv, grasig, pfeffrig. Erstaunlich, wie unterschiedlich Olivenöl schmecken kann, von weich und rund bis scharf im Abgang, fast mit einem Hauch von grüner Tomate.

 

Laur wirkt ehrlich und bodenständig ohne grosse Show, dafür mit viel Leidenschaft. Unser Guide Augusto führt mit Charme und Fachwissen durch die Produktion, beantwortet jede Frage und sorgt dafür, dass die Führung richtig Spass macht. Die Preise sind moderat – im Vergleich zur Schweiz sowieso – dennoch kaufen wir am Ende kein Öl. So spannend die Unterschiede waren, ganz überzeugt hat uns der Geschmack nicht.

 

Der Aceto hingegen? Volltreffer. Cremig, ausgewogen, mit schöner Süsse. Ab jetzt gibt es diesen „flüssigen Samt“ über unseren Käse, zumindest solange die Flasche hält.

 

Und wieder haben wir etwas gelernt:

Grüne Oliven sind unreif, violette mittelreif und erst die schwarzen sind vollständig ausgereift. Eine kleine Bildungslücke weniger. Gracias, Augusto.


Valle de Uco – Essen und Wein

Verschwitzt und staubig erreichen wir am Nachmittag die Bodega Claroscuro. Offenbar sehen wir entsprechend aus, denn grosszügigerweise dürfen wir zuerst die Personalduschen benutzen. Ob wir wirklich streng gerochen haben oder einfach nur Mitleid erregten, bleibt offen.

 

 

Frisch geduscht und geschniegelt stürmen wir danach das kleine Restaurant. Stilvoll, persönlich, genau unser Geschmack. Edel, aber ohne Allüren. Draussen im Garten geniessen wir die Sonne, während unsere Mägen deutlich signalisieren, dass Degustationen allein nicht reichen.

 

 

Am Abend werden wir auf Händen getragen. Die Kellner schenken uns volle Aufmerksamkeit, ohne aufdringlich zu wirken. Die Küche ist kreativ, aber nicht verspielt, klar, präzise, wunderschön angerichtet. Jeder Gang schmeckt nach Mendoza und reifen Trauben.

 

 

Wir dürfen direkt neben der Bodega übernachten. Nachts fahren ist ohnehin nicht mein Ding. Dani bleibt nach dem Wein dem Steuer besser fern.

 

 

Am Morgen klingelt der Wecker früh. Bevor wir wieder aufs Gaspedal drücken, drehen wir eine Joggingrunde durch die Landschaft. Unterwegs begegnen wir zahlreichen stolzen Einheimischen. Hoch zu Ross, im Sonntagsgewand, lüften sie zur Begrüssung ihre Hüte und posieren gerne für ein Foto. Eine wunderschöne Tradition, die offenbar von Generation zu Generation weitergegeben wird.

 

Und wir fragen uns: Haben wir in der Schweiz noch solche Wochenendrituale? In Zürich fällt mir spontan keines ein. Euch?


Museo Polifacético Rocsen – ein unglaublicher Ort

Wir stehen im Museo Rocsen und sind schlicht überwältigt. So etwas haben wir noch nie gesehen. Ein chaotisches, vollgestopftes Wunderland, das nach Geschichte riecht – modrig, alt, lebendig.

 

Das Ganze ist das Lebenswerk eines einzigen Mannes: Juan Santiago Bouchon.

 

Der Franzose aus der Bretagne kam vor über 60 Jahren ins Traslasierra-Tal und begann, alles zu sammeln, was die Menschheit ausmacht – Kunst, Technik, Alltagsgegenstände, Fossilien, Kuriositäten. Vieles hat er selbst restauriert oder vor dem Verfall gerettet.

 

Schon die Fassade beeindruckt mit 49 von ihm modellierten Statue, sein Motto: „Für den Menschen – alle Facetten.“

 

Innen begegnen wir Mumien, alten Zahnarztstühlen, präkolumbianischer Keramik, Motoren, Computern und Insekten, wir schätzen mehr als 100'000 Ausstellungsobjekte! . Ein Mix, der eigentlich nicht zusammenpasst und gerade deshalb funktioniert.

 

Mich faszinieren die medizinischen Geräte, Dani verschwindet zwischen Lochkarten Computer von IBM und Setzmaschinen.

Rocsen ist kein steriles Museum, sondern ein Sammelsurium mit Herz und Geschichte.

 

Wer im Valle de Traslasierra unterwegs ist: unbedingt besuchen. Es ist einer dieser Orte, die man nicht vergisst.


Cordoba-eine sehr lebendige Universitätsstadt

Córdoba überrascht uns. Mit rund 1,5 Millionen Einwohnern wirkt die Stadt erstaunlich entschleunigt und gleichzeitig unglaublich jung. Überall Studenten, sportlich, energiegeladen, ausgehfreudig. Auffallend: kaum sichtbare Armut, wenig Kriminalität, eine entspannte Grundstimmung.

 

Wir schlendern bei grosser Hitze durch Kirchen und das szenige Viertel Güemes, lassen uns treiben und entdecken ein indisches Restaurant. Die Einrichtung vielversprechend, das Essen leider nicht. Ich kapituliere nach wenigen Bissen. Dani, sehr hungrig, isst tapfer alles auf, allerdings ohne Begeisterung. Das Glace danach rettet den Abend, ich esse grundsätzlich nur Kalorien, die beim Essen Freude machen.

 

Später sitzen wir im Park und staunen: Mitten in der Nacht wird hier noch gejoggt und trainiert. Verständlich, tagsüber ist es schlicht zu heiss.

Wir freuen uns auf eine ruhige Nacht. Bis 02.00 Uhr. Dann verwandelt sich die Umgebung unseres Campers gefühlt in eine Open-Air-Diskothek. Musik, Stimmen, Gelächter – hier beginnt das Nachtleben erst nach Mitternacht. Wir sichern alles und ziehen weiter. In einer ruhigeren Seitenstrasse finden wir doch noch ein paar Stunden Schlaf.

 

Grossstadtluft schnuppern tut gut aber ein Tag reicht uns. Am nächsten Morgen rollen wir gerne wieder hinaus ins Weite.


Oh nee – wir stehen still

Während einer Pipi-Pause sehe ich es plötzlich: vorne tropft etwas Grünes heraus. So habe ich das noch nie gesehen.

 

Dani hebt die Motorhaube. „Kühler undicht“, meint er ruhig. Wir fahren vorsichtig weiter und beobachten die Temperatur. Beim nächsten Kontrollstopp dasselbe Bild – nur deutlich schlimmer. Es läuft nun richtig heraus. Weiterfahren? Keine Option mehr.

 

Mit Zahnstochern versucht mein Liebster zunächst, das Loch zu stopfen. Es wird eher schlimmer. Also bauen wir die beiden vorderen Kühler ab, um überhaupt zu sehen, wo das Problem liegt. Hilfe können wir heute nicht erwarten. Es ist Maria Empfängnis, alles geschlossen.

 

Mittlerweile stehen überall Behälter, um die grüne „Sauce“ aufzufangen. Dani entscheidet, das System komplett zu entleeren. Ich finde im Abfall einen grossen, zwar öligen, aber brauchbaren Kanister, perfekt für die Kühlflüssigkeit.

 

Als der Tank leer ist, reinigen wir die beschädigte Stelle. Dani lötet den Riss behelftmässig zu. Ursache: ein Steinschlag. Jetzt wissen wir auch, was zuvor beim Kreuzen mit dem Lastwagen so laut geknallt hat. Was für ein Zufall, dass dieser Stein genau durch die schmalen Schlitze der Kühlergrill gepasst hat. 

 

Während Dani alles wieder zusammenbaut, koche ich, etwas später als üblich. Am Abend stehen wir ruhig, umgeben von Pferden und Hunden, und hoffen, dass die Reparatur hält.

 

Und sie hält. Bravo, Team Madahin.

 

Wir entscheiden uns, weiter Richtung Grenze zu fahren. Warum nicht gleich in die nächste Werkstatt? Weil wir in Paraguay ohnehin einige Wochen mit Servicearbeiten verbringen wollen, instandstellen, putzen, waschen, Reifen wechseln. Wenn schon, dann alles auf einmal. Und vermutlich auch etwas günstiger.

 

Manchmal ist Reisen eben nicht nur Sonnenuntergang und Malbec sondern Lötkolben, Zahnstochern und ein bisschen Improvisation.


Paraguay – putzen, warten, ankommen

Unbeschadet und ohne weitere Zwischenfälle erreichen wir die Grenze. Eine reine Formsache. Stempel, ein paar Fragen, ein Lächeln  und schon rollen wir in Paraguay ein.

 

 

 

Hier heisst es erst einmal: putzen und warten. Innen wie aussen ist unser Unimog von Staub und Dreck gezeichnet. Die ersten Tage sind wir komplett ausgelastet. Wischen, schrubben, sortieren, alles was unterwegs liegen geblieben ist.

 

 

 

Unser Basislager ist eine riesige Straussenfarm mit Bungalows, Swimmingpool, Restaurant und exotischem Garten. Ein erstaunlicher Ort mit fast magischer Aura. Die Hitze kratzt an der 40-Grad-Marke, die Luftfeuchtigkeit nähert sich 90 %. Perfekte Bedingungen, um konzentriert die To-do-Liste abzuarbeiten oder es zumindest zu versuchen.


Containerladung aus Hamburg

Unsere bestellten Teile treffen termingerecht per Container in Asunción ein. Ein unglaublicher Berg an Paketen wartet auf uns: neue Batterien, Reifen und eine Frontscheibe. Die alte trägt noch immer die Spuren von Sand- und Steinstürmen aus den Anden.

 

 

 

Den Transport der grossen, sperrigen Teile organisieren wir zügig. Per LKW gelangen sie in eine Garage, wo alles sicher auf uns wartet.

 

 

 

Paraguay wird zur Werkstatt unseres Vertrauens, hier bringen wir unseren rollenden Begleiter wieder auf Vordermann, bevor das nächste Kapitel beginnt.


Weihnachten ohne Weihnachtsstimmung – in lieber Gesellschaft

Die Weihnachtstage verbringen wir mit Claudia und Stefan, die mit ihrem Unimog extra nach Paraguay einreisen, um mit uns zu feiern.

 

 

 

Unsere Tage sind gefüllt mit Werkeln, Fachsimpeln und feinem Essen. Viel Schraubergespräch, viel Lachen, viel Gemeinsamkeit. Weihnachten fühlt sich hier allerdings kaum nach Weihnachten an, bei 35 Grad und tropischer Luft kommt bei uns Schweizern keine klassische Feststimmung auf.

 

 

 

Aber ehrlich gesagt: Für uns sind diese Tage nichts Aussergewöhnliches. Wir feiern das Leben auch ohne Kalenderdatum. Oft werden wir gefragt, ob wir unsere Familien nicht vermissen. Nein, es geht allen gut, sie feiern ruhig und zufrieden ohne uns. Und genau das erlaubt uns, unser Unterwegssein ohne schlechtes Gewissen zu geniessen. Hoffen wir, es bleibt noch lange so.


Lothar und das Straussenei

Zurück auf der Farm werden wir vom Besitzer herzlich empfangen. Wir hatten uns nochmals angekündigt und zur Begrüssung schenkt er uns ein Straussenei.

 

 

Fast 1,3 Kilogramm! Ein Ei! Wer soll das bitte essen?

 

 

Wir essen tatsächlich drei Tage lang Ei,  in allen Varianten. Geschmacklich ähnelt es Hühnerei, vielleicht etwas cremiger, sehr lecker.

 

 

Ich halte mich jedoch zurück. Eierspeisen sind so eine Sache. Zwar bin ich Vegetarierin, aber in dieser Menge fühlt sich das Tierprodukt dann doch etwas intensiv an und meine Haut quittiert es prompt.

 

 

Trotzdem: Ein Straussenei auf einer Farm in Paraguay, das gehört definitiv in die Kategorie „Erlebnisse, die man nicht plant“


Happy Sturz ins neue Jahr

Nach einer ruhigen Silvesternacht mit kleinem Feuerwerk schlafen wir tief und stehen, wie oft, sehr früh auf. Sport geht nur vor Sonnenaufgang, danach ist es schlicht zu heiss. Diese ersten Minuten des Tages lieben wir: Wenn alles noch schläft, die Luft weich ist und der neue Tag sich langsam entfaltet.

 

 

Bei der ersten Morgenrunde im neuen Jahr ziehe ich meine „Autsch-Karte“ wohl gleich ein. Beim Hinunterrennen des langen Weges legt es mich unsanft in den Dreck. Eine saubere Bruchlandung. Aufstehen, Krone richten, weiterjoggen. Die Blessuren ignoriere ich zunächst – zu Hause wird dann genauer inspiziert.

 

 

Später entdecke ich die Ursache: Beim Fussballen hat sich die Sohle gelöst. Kein Wunder bin ich gestürzt. Ich schneide sie kurzerhand ab und wundere mich einmal mehr über die Qualität. Kommt es nur mir so vor oder wird tatsächlich vieles schlechter?


San Lorenzo – ein Tag in der Werkstatt

In San Lorenzo steht heute Werkstatt auf dem Programm. Die neuen Reifen, die wir zusammen mit der Frontscheibe hierher liefern liessen, werden montiert.

 

Zu fünft arbeiten wir an den Splitfelgen, entfernen die Beadlocks und setzen alles bei den neuen Pneus wieder sauber zusammen. Nach erstaunlich kurzen fünf Stunden ist alles perfekt montiert.

 

Erinnert ihr euch an unseren Platten, bei dem wir mit Flipflops improvisiert haben? Es hat tadellos gehalten also kein Folgeschaden.

 

Dani wechselt noch Luftfilter und erledigt weiteres „dies und das“. Übernachten dürfen wir im gesicherten Garten der Familie, mitten in einem Viertel, das inzwischen als Drogenzone gilt. Ein seltsamer Kontrast zwischen Herzlichkeit und rauem Umfeld.

 

Die im Sand- und Steinsturm entstandenen Schäden an der Front gehen wir ebenfalls an. In Asunción wird die Frontscheibe ersetzt.

 

Die Fachleute beraten sorgfältig, überlegen lange und arbeiten präzise. Dani muss einiges demontieren, die Dachhalterung wird mit viel Kraft verschoben und mit Hölzern fixiert, damit genügend Spielraum entsteht, um die neue Scheibe seitlich einzusetzen.

 

Beim Entfernen zerbricht die alte Scheibe vollständig. Für einen Moment denken wir lieber nicht daran, was passiert wäre, wenn die neue ebenfalls gesprungen wäre. Aber alles geht gut. Wir sehen wieder wortwörtlich klar.


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