Blog #47a, Marlene (Oktober 2025, Nord Chile I)
Zitat:
«Ich habe mein Leben niemals als getrennt zwischen Poesie und Politik betrachtet»
Autor: Pablo Neruda/Chile
Unsere Route war zwar mehr Schlagloch als Strasse, aber egal, wir kommen vorwärts. An der abgelegenen Grenze staunen wir nicht schlecht über die Autokolonne vor dem geschlossenen Tor nach Bolivien – es ist Mittagszeit. Also heisst es, in die Menschenschlange einreihen, Wind schlucken und das Schicksal akzeptieren.
Die Stimmung kippt, als die Beamten in der Warteschlange plötzlich schlecht gelaunte Kommentare verteilen. Wir reagieren mit unserem besten «Fakelächeln». Hilft zwar nicht, fühlt sich aber gut an.
Drinnen geht’s dann überraschend schnell. Wir sollen die ganze Autokolonne umfahren, die Schranke öffnet sich wie von Zauberhand, und schon sind wir unterwegs in Richtung Chile.
Am Chilezoll das komplette Gegenteil, ein kleines Happening mit Pedro, viel Freundlichkeit, Stempel drauf – fertig. Ein paar Meter weiter wartet eine heisse Dusche, ein ungesunder Schnellimbiss in einem hässlichen Ort. Macht nichts: Im Dunkeln sieht man’s ja nicht.
Nach ein paar Kilometern taucht schon wieder ein Gendarmerie-Posten auf. Wir halten an, ich steige aus und reihe mich, einmal mehr, in der eisigen Warteschlange ein. Wie immer habe ich nur Kopien unserer Unterlagen dabei. Dem unsympathischen Herrn reicht das nicht.
Stellt euch einen «Silberrücken» vor, der sich innerlich mit den Fäusten auf die Brust schlägt: Machogehabe erster Güteklasse. Genau der Typ Mann, den ich so gar nicht mag. Er verlangt die Originale – sein gutes Recht. Also zurück zum Auto, alles aus dem Geheimversteck holen und wieder zur Glasscheibe. Nur: niemand da.
Ich schaue kurz ums Eck, überlege zwei Sekunden und beschliesse spontan, dass Warten völlig überbewertet ist. Zack, sitze ich im Auto, Dani gibt Gas.
Später nagte kurz der Zweifel: Lässt sich so ein Gorilla das gefallen? Wir suchen uns vorsichtshalber einen Schlafplatz ausser Sichtweite und machen eine kleine Wanderung auf einen erloschenen Vulkan. Zweimal fahren die Carabinieri vorbei. Wir sehen sie, sie aber nicht uns oder es interessiert sie einfach nicht.
Ein mulmiges Gefühl begleitet mich auf dem Weg in die Stadt, lauert unser Uniform-Gorilla vielleicht irgendwo? Doch wir müssen das Auto dringend vom Salz befreien, einkaufen, Diesel tanken und Wasser auffüllen. Alles schön getrennt, damit immer jemand beim Fahrzeug bleibt.
Während ich einkaufe, dreht Dani kleine Runden ums Auto. In Calama reicht eine Sekunde Unaufmerksamkeit, und schon steckt jemand seine langen Finger durchs offene Fenster. So die Berichte auf iOverlander.
Als ich zurückkomme, spricht Dani mit einem älteren Herrn (Carlos), der offenbar immer noch in den umliegenden Mienen arbeitet. Es scheint uns, er wolle uns eine Tour durch die alten Minen verkaufen – wir lehnen ab.
Kaum ist alles erledigt, flüchten wir aus der Stadt. In zwei Tagen müssen wir zwar nochmals zurück aber das verdrängen wir fürs Erste.
Auf den ersten Blick wirkt die Atacama rund um Chiu Chiu und die Geoglyphen wie eine steinerne Einöde. Doch wer genauer hinschaut, entdeckt Spuren eines erstaunlich vielfältigen Lebens.
Entlang der alten Karawanenroute, auf der einst Lama-Karawanen Salz und Metalle transportierten, begegnet man noch heute Tieren, die sich perfekt an die Trockenheit angepasst haben. In den Bergen streifen Vicuñas und Guanakos umher, in Felsspalten sitzen Vizcachas – charmante Mischungen aus Kaninchen und Eichhörnchen und irgendwo da draussen schleicht auch der scheue Andenfuchs herum.
Über uns sollten majestätische Andenkondore ihre Kreise ziehen. Sollten. Wir sehen natürlich keinen einzigen. Dafür beleben Flamingos, Enten und Reiher die wenigen Oasen und den Río Loa. Zwischen Steinen huschen Lagartos, und nachts kommen die Skorpione aus ihren Verstecken.
Die Geoglyphen selbst sind uralte Wegweiser aus Steinen und liegen noch immer in dieser scheinbar leblosen Landschaft. Stille Zeugen einer Zeit, in der Menschen und Tiere dieselben Routen nutzten, um die Wüste zu durchqueren. Leider wurden einige dieser «Schätze» wegen der Rallye Dakar, die zwischen 2009 und 2018 in Südamerika durchführt wurde, achtlos zerfurcht. Ein Anblick, der schmerzt.
Mitten in der Atacama liegt Chuquicamata, eine Mine so gigantisch, dass sie sogar aus dem Weltall sichtbar ist. Aus der Nähe wirkt der Tagebau wie ein Krater aus einem Sci-Fi-Film: 4 km lang, 3 km breit und über 850 m tief. Die Muldenkipper darin sehen aus wie Spielzeug, obwohl sie bis zu 400 Tonnen Erz herumfahren. Man verliert den Massstab.
Über 100 Jahre wird hier schon Kupfer abgebaut, erst unter Tage, dann als gigantisches Loch, und inzwischen wieder teilweise unterirdisch, weil die oberen Schichten ausgebeutet sind. Chuquicamata ist ein Industriekoloss und zugleich Chiles Cashcow. Ein grosser Teil des weltweiten Kupfers stammt von hier. Wie es um die Umwelt steht? …darüber denken wir lieber nicht zu lange nach.
Die einstige Stadt Chuquicamata hatte über 25'000 Einwohner. Heute lebt niemand mehr dort – zu viel Staub, zu viele Lungenprobleme. Das ganze Gebiet wurde geräumt und dient nun als Freilichtmuseum der Bergbaugeschichte.
Auf der Tour, die kostenfrei von der chilenischen Regierung angeboten wird, begreifen wir die Dimensionen erst richtig: riesige Kipper, Bagger so gross wie Wohnhäuser, Sprenglöcher, in denen tonnenweise Gestein verschwindet. Vom Aussichtspunkt überblickt man den ganzen Schlund – beeindruckend, beängstigend und irgendwie faszinierend zugleich.
Am Rand treffen wir einen ehemaligen Minenarbeiter in voller Ausrüstung. Es ist Carlos, der wir auf dem «Lider»-Parkplatz kennengelernt hatten. Was für ein Zufall, er erkennt uns sofort wieder und wir freuen uns gemeinsam über das Wiedersehen. Smalltalk auf 2'400 Metern Höhe verbindet eben.
Nach einer feurigen Nacht – so ein riesiges Lagerfeuer hatten wir noch nie – starten wir ausgeschlafen in den Tag. Dani hat am Morgen einem jungen Schweizer Overlander schnell «irgendwas» umgebaut und anschliessend Chilenen beim Reifenwechsel geholfen. Als Dank bekamen wir «ChorizoPan»: im Prinzip eine Cervelat in einem knusprigen Bürli, heiss vom Grill. Herrlich.
Danach geht’s weiter Richtung Pazifik – vorbei an einer Landschaft, die aussieht, als hätten gigantische Maulwürfe kilometerweise umgepflügt. Hoffentlich ist die chilenische Küste etwas attraktiver.
Wir sind zurück am Pazifik und schon nach den ersten Wellen spüren wir, wie gut es tut, wieder am Meer zu sein. Die Küste ist wild und schön, wäre da nicht der viele Müll. Wir blenden ihn aus; Müllsammeln haben wir längst aufgegeben. Umweltschutz scheint hier noch nicht richtig angekommen zu sein und zu zweit retten wir die Welt leider auch nicht. Das müsste die Regierung, Erziehende oder die Schulen übernehmen, falls dort überhaupt jemand dafür sensibilisiert ist.
Unterwegs besichtigen wir noch ein paar Ruinen und erfahren, dass von hier einst Guano verschifft wurde – Kot von Seevögeln, Fledermäusen oder Robben, der sich über Jahre in den trockenen Küstengebieten angesammelt hat. Im 19. Jahrhundert war Guano ein begehrtes Exportgut und löste sogar wirtschaftliche Booms, Streitigkeiten und Kriege aus, etwa den Salpeterkrieg.
Auch heute wird Guano noch gesammelt und als Biodünger verkauft, besonders für die ökologische Landwirtschaft.
Schon von weitem sehen wir die Hochhäuser von Iquique, damit hätten wir im Norden von Chile nicht gerechnet. Entlang der Küste glitzern die Wolkenkratzer, die Casinos blinken um die Wette, und in der Freihandelszone ZOFRI stapeln sich Waren aus aller Welt. Ein Hauch von Glamour, ein bisschen südamerikanisches Monaco. Und endlich wieder Palmen! Nach all den staubtrockenen Wüstenkilometern tut etwas Grün der Seele gut.
Doch nur ein paar Strassen weiter bröckelt der schöne Schein: Häuser mit abblätterndem Putz, sichtbare Armut, die sich nicht kaschieren lässt. Iquique ist eine Stadt zwischen Luxusfassade und harter Realität.
Wir kaufen hier 30 Liter Trinkwasser – das normale, das wir sonst filtern, möchten wir lieber nicht mehr trinken. Nach all den Minen hier oben haben wir so unsere Vorstellungen, was im Grundwasser herumschwimmt. Ab sofort heisst es: nur noch gekauftes Wasser. Ob es wirklich besser ist? Keine Ahnung. Sollte ich in ein paar Wochen eine Glatze haben, wissen wir zumindest, woran es liegen könnte.
Wir lassen die Küste zurück und klettern die Hügel hinauf, vorbei an staubigen Serpentinen, hinein in die endlose Atacama. Unser Ziel: Humberstone und Santa Laura – einst blühende Salpeter und Jodminen, heute stille Geisterstädte mitten im Nichts.
Um 1900 war diese Gegend ein Zentrum des Wohlstands. Hier wurde Salpeter gewonnen, das «weisse Gold der Wüste», später auch Jod. Rund um die Fabriken entstanden ganze Siedlungen: Schulen, Theater, Schwimmbäder, Wohnhäuser – mitten in einer Landschaft, die eigentlich nicht nach «blühendem Leben» schreit.
Dann kam der künstliche Dünger aus Europa und der Salpetermarkt brach zusammen. Die Werke wurden geschlossen, die Menschen zogen fort, und die Wüste holt sich zurück, was ihr gehört. Heute sind Humberstone und Santa Laura UNESCO-Welterbe: rostige Zeugen einer Zeit, in der diese Gegend das Herz des chilenischen Aufschwungs war.
Wir streifen über zwei Stunden durch die verlassenen Anlagen und bekommen einen erstaunlich lebendigen Eindruck davon, wie das Leben hier einst funktioniert hat.
Salpeter – also Nitrate – wurden übrigens nicht nur gedüngt, sondern auch für Sprengstoff genutzt. Ihr wirtschaftlicher Wert war so hoch, dass er sogar zum Salpeterkrieg (1879–1883) zwischen Chile, Bolivien und Peru führte. Tja… Männer und Kriege. Seit Menschengedenken, und wahrscheinlich auch bis zum Ende der Wüstentage.
Zum Abschluss des Tages übernachten wir unterhalb des Gigante de Tarapacá – einer uralten Geoglyphenfigur mitten in der kargen Atacama-Wüste. Vor dem Riesen liegen unzählige Steinkreise und Symbole. Viele stammen wohl aus indigenen Ritualen: Orte der Verehrung, des Dankes oder des Schutzes. Andere sind Spuren späterer Besucher, die hier ihre eigene Verbundenheit hinterlassen haben.
Zwischen diesen alten Kreisen haben auch wir ein kleines Zeichen gesetzt: ein Herz zu seinen Füssen. Ein stilles «Wir sind auch da» in diesem Meer aus Geschichte.
So stehen wir unter dem Giganten, spüren die Kraft jahrhundertealter Rituale und die Gegenwart all jener Reisenden, die vor uns hier waren. Ein Moment, in dem Vergangenheit und Gegenwart leise miteinander sprechen.
Am Strand von Caleta Camarones, einer kleinen Fischersiedlung in Nordchile, steht eine monumentale Figur: die «Momia Guardiana». Sie erinnert an die uralte Chinchorro-Kultur, die hier vor über 7000 Jahren die ältesten bekannten Mumien der Welt schuf.
Mit ihrem wachsamen Blick über Küste und Meer ist sie nicht nur ein Kunstwerk, sondern ein stilles Symbol für das kulturelle Erbe dieser Region. Eine eindrucksvolle, fast unerwartete Begegnung am Rand der Welt und ein Stellplatz, den wir uns mit einem Chor kreischender Möwen teilen.
Das Schönste aber sind die Tiere: unzählige Pelikane, Greifvögel und sogar Pottwale, die wir in der Ferne beobachten können. Ein Ort, der uns überrascht und berührt – wild, rau und wunderschön.
In Arica füllen wir unseren Camper wieder komplett auf – Wasser, Diesel, Vorräte, alles. Die Menschen hier sind unglaublich herzlich und hilfsbereit. Sogar deutsche Schweinswürste haben wir für Dani gefunden. Ich werde sie mit «Todesverachtung» grillen.
Danach stellen wir uns vor das Archäologische Museum San Miguel de Azapa, wo die ältesten bekannten Mumien der Welt zu sehen sind. Die Besichtigung heben wir uns für morgen auf – jetzt ist Feierabend.
Die Chinchorro-Mumien, darunter Erwachsene, Kinder und sogar Föten, sind in diesem gepflegten Museum ausgestellt. Die Chinchorros lebten an der Küste Nordchiles und Südboliviens – lange vor den Inkas, bereits ab etwa 7'000 v. Chr.
Was sofort auffällt, hier begegnet man den Mumien mit grossem Respekt. Nichts wirkt makaber. Es geht klar um den historischen Wert und die Bedeutung dieser Funde.
Und das Beeindruckendste, dieses Volk beherrschte die Kunst der Mumifizierung rund 2'000 Jahre bevor die Ägypter überhaupt damit begonnen haben. Unglaublich!
Kaum verlassen wir die Hauptstrasse, stehen wir vor einer Absperrung. Wir umfahren sie elegant – eng, steil und angenehm abenteuerlich. Die Arbeiter, die gerade Verschüttungen beseitigen, winken und lachen uns durch. Offenbar stören wir niemanden.
Auf dem Weg von Arica nach Putre klettert die Strasse von Meereshöhe auf über 3’500 Meter. Unten im Tal liegen grüne Agrarfelder – ein überraschender Kontrast zum kargen Hochland. Dank Bewässerung gedeihen hier Oliven, Obst, Gemüse und sogar Mais. Eine kleine Oase zwischen Felsen und Staub.
Es beginnt spannend: Unser vorläufig letzter Loop in den Anden steht an. Kommt mit auf unsere Altiplano-Runde.
Wir durchqueren das Dorf Putre, denn morgen wollen wir wandern. Über einen engen, holprigen und steilen Weg gelangen wir in die Nähe des Einstiegs. Wir steigen aus, schmieren uns mit Sonnencreme ein, setzen die Hüte auf und los geht’s. Unterwegs entdecken wir sogar gut erhaltene Petroglyphen, leider teilweise von der heutigen Gesellschaft «modernisiert».
Wie so oft verpassen wir den richtigen Einstieg und finden uns schon bald in rutschigen Steilwänden wieder. Der Hang ist zudem übersät mit winzigen, fast unsichtbaren Kakteen und wir greifen natürlich ständig hinein. Dennoch erreichen wir stolz wie Anton die Krete und steigen über den verpassten, aber sicheren Weg wieder ab. Unten angekommen wartet die eigentliche Herausforderung: Kakteenstacheln mit der Pinzette aus Händen und Kleidern entfernen.
Am nächsten Morgen rumpeln wir denselben engen Weg zurück. Wir wollen in einen Hot Spring, unsere Muskeln sehnen sich nach etwas Liebe. Doch plötzlich komische zischende Geräusche. Einer der vielen Risse im Hinterreifen hat aufgegeben. Dani pumpt den Reifen mit 6 Bar auf, und wir schaffen es damit immerhin bis zum «Spa». Die Luft entweicht langsam und nur wenn das Fahrzeug auf dem Riss steht.
Der Druck hält noch einigermassen, also beschliessen wir, den Reifen nicht zu ersetzen, sondern einfach nach vorne zu versetzen – dort ist die Belastung geringer. Ein Versuch ist es wert.
Auf dem Weg von Caquena hinauf zu den Lagunen Casiri Hembra, entlang der Flanken des Mocho bis ins Gebiet um den Sajama begegnen wir nicht nur Gestein, Schnee und endloser Stille. Überall finden sich Spuren: frischer Lamakot, Fusstritte, alte Karrenrillen. Es wirkt, als würden sich hier zwei Welten überlagern, die uralte Aymara-Karawanenkultur und eine moderne, kleinteilige Schmuggelwirtschaft, angetrieben von Preisunterschieden.
Gemächlich steigen wir über Moränen und erreichen die Lagunen: tiefblau, glatt, einladend. Auf knapp 5’000 Metern eine fast surreale Schönheit. Weiter oben steht schliesslich ein schlichter Mast, die grüne Grenze zwischen den zwei Ländern. Auf dem Rückweg ins Tal entdecken wir frische, schmale Spuren im Sand, keine Touristenpfade, sondern Spuren von Lastentieren, vermutlich gerade erst entstanden. Meine Fantasie macht Purzelbäume. Wir zwei mitten in den Schmugglerwegen!
Unten bestätigt uns eine Militärpatrouille unsere Vermutung und hilft uns gleich noch beim Radwechsel. So ist das Leben hier oben: staatliche Kontrolle neben informellen Austauschwegen, Gesetz und Improvisation, Ernst und Solidarität – alles gleichzeitig, alles ganz selbstverständlich.
Am nächsten Morgen ruckeln wir über einen steinigen Weg zum Ausgangspunkt unserer Wanderung. Unsere Pneus fluchen vermutlich leise vor sich hin, aber wir kommen heil an. Was folgt, ist pures Glück: eine Wanderung durch feuchte Lagunenlandschaften, vorbei an dick eingemummten Lamas, ohne Kletterpartien, ohne Adrenalinschübe – einfach Genuss für Körper, Seele und Geist.
Irgendwie erinnert mich dieses Szenario an «Herr der Ringe». Für mich waren diese Filme grosses Kino und hier, mitten im Altiplano, wirkt alles plötzlich ein bisschen wie Mittelerde auf 4’500 Metern.
Wir holpern einsam über die Hochlandpiste, als hinter einer Kurve plötzlich eine alte Baracke auftaucht. Es riecht ganz leicht nach Schwefel und wo es nach faulen Eiern riecht, gibt’s meist eine heisse Quelle. Also sofort raus aus dem Auto.
Im desolaten Häuschen entdecken wir tatsächlich einen kleinen Pool. Das Wasser, das aus einem Rohr hineinplätschert, ist kochend heiss. Herrlich! Dani stopft kurzerhand den Abfluss zu und nach ein paar Minuten sitzen wir in unserem ganz privaten Hochland-Spa.
Nach genussvollen Minuten tauchen wir wieder auf: krebsrot, aufgeweicht und sauber. Und ja – ich bin mir ziemlich sicher, die meisten von euch hätten ihren nackten Hintern nicht in dieses Becken gesetzt. Wir hingegen sind mittlerweile schmerzlos genug, um solchen unerwarteten Luxus einfach nur zu feiern.
Danke, dass du bis zu Ende gelesen hast. Wir freuen uns immer wieder über einen Feedback von dir. Lass es uns wissen, was du denkst und mach uns Vorschläge, über welche Themen wir berichten sollen.
